Entity Framework 4 – SQL-Optimierung mit Query Rewrite
Query Rewrite ist eigentlich eine Funktionalität von Oracle in Verbindung mit materialisierten Sichten. Mit dem SQL-Server funktioniert das in Verbindung mit indexierten Sichten nur, wenn die Enterprise- oder Developer-Version verwendet wird.
Die Funktionsweise ist denkbar einfach, wenn eine Anwendung Code mit vielen Joins an die Datenbank sendet, kann mit Hilfe einer materialsierten/indexierten Sicht diese optimiert werden. Der Vorteil dieses Features, es können Optimierungen vorgenommen werden, ohne den Code der zugrunde liegenden Applikation anpassen zu müssen.
Am Beispiel eines TPT-Szenarios probiere ich aus, wie sich Query Rewrite mit dem Entity Framework nutzen lässt. Dazu zuerst eine handgeschriebene SQL-Abfrage.
SQL SELECT ProductTPT.Product.ProductId , ProductTPT.Product.Name , ProductTPT.Product.Description , ProductTPT.Book.ISBN10 , ProductTPT.Book.ISBN13 , ProductTPT.Book.LanguageCd , ProductTPT.Book.Pages , ProductTPT.EBook.EBookId , ProductTPT.EBook.Filename FROM ProductTPT.Product INNER JOIN ProductTPT.Book ON ProductTPT.Product.ProductId = ProductTPT.Book.BookId INNER JOIN ProductTPT.EBook ON ProductTPT.Book.BookId = ProductTPT.EBook.EBookId
Es kann Situationen geben, da führen Join-Abfragen aus der Anwendung heraus zu Performanzeinbussen. Bei Standard-Software besteht dann häufig das Problem, dass diese Abfragen innerhalb der Anwendung nicht optimiert werden können. Hier greift ein DBA häufig auf indexierte Sichten zurück.
Beim SQL-Server muss dazu eine Sicht mit Schemabinding und ein passender gruppierter Index angelegt werden.
SQL (Indexierte View) CREATE VIEW [dbo].[vwEBook] WITH SCHEMABINDING AS SELECT ProductTPT.Product.ProductId , ProductTPT.Product.Name , ProductTPT.Product.Description , ProductTPT.Book.ISBN10 , ProductTPT.Book.ISBN13 , ProductTPT.Book.LanguageCd , ProductTPT.Book.Pages , ProductTPT.EBook.EBookId , ProductTPT.EBook.Filename FROM ProductTPT.Product INNER JOIN ProductTPT.Book ON ProductTPT.Product.ProductId = ProductTPT.Book.BookId INNER JOIN ProductTPT.EBook ON ProductTPT.Book.BookId = ProductTPT.EBook.EBookId
Intern wird die Sicht wie eine Art Tabelle verwaltet, dadurch entfällt der Join-Aufwand. In der Enterprise- und Developer-Edition des SQL-Servers steht automatisch die "Query Rewrite" – Funktionalität zur Verfügung. Einfach gesagt, wenn der Optimizer merkt, dass eine Join-Abfrage mit einer passenden indexierten Sicht schneller abgearbeitet werden kann, dann wird ein "Query Rewrite" ausgeführt und stattdessen die indexierte Sicht verwendet.
Der folgende Ablaufplan verdeutlicht dies:
Mit diesem Ausflug ist Query Rewrite erklärt. Es gibt aber auch Grenzen dieser Funktionalität, diese werden schnell bei Abfragen mit Inline-Views erreicht, so wie es das Entity Framework auch fabriziert. Betrachten wir nun, was für SQL das Entity Framework an die Datenbank sendet.
Die Abfrage in der Anwendung
C# (Linq-Abfrage) var ebookList = ctx.Products.OfType<EBook>().ToList();
führt zu folgender SQL-Abfrage:
SQL (Entity Framework) SELECT '0X0X0X' AS [C1], [Extent1].[EBookId] AS [EBookId], [Extent2].[Name] AS [Name], [Extent2].[Description] AS [Description], [Extent3].[ISBN10] AS [ISBN10], [Extent3].[ISBN13] AS [ISBN13], [Extent3].[LanguageCd] AS [LanguageCd], [Extent3].[Pages] AS [Pages], [Extent1].[Filename] AS [Filename] FROM [ProductTPT].[EBook] AS [Extent1] INNER JOIN [ProductTPT].[Product] AS [Extent2] ON [Extent1].[EBookId] = [Extent2].[ProductId] INNER JOIN [ProductTPT].[Book] AS [Extent3] ON [Extent1].[EBookId] = [Extent3].[BookId]
Der Unterschied, die Spalte C1 erzeugt zusätzlich einen Compute Scalar-Task, der jedoch keine Kosten verursacht. Der Optimizer merkt, dass er mit der indexierten Sicht die Anfrage viel schneller abarbeiten kann und verwendet diese.
Dieses Beispiel verdeutlicht, dass auch die Datenbank selbst gute Dienste bei der Optimierung leisten kann, sie müssen nur genutzt werden.
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